Immobilienmakler Studium

Immobilienmakler Studium

Innerhalb der Immobilienwirtschaft sind die Messlatten sehr hoch angelegt. Weiterhin steigen die Anforderungen und die Know-how-Standards kontinuierlich an. Von einem qualifizierten Immobilienmakler wird mehr als Verkaufstalent und Überredungskunst gefordert, wenngleich beide Eigenschaften eine wesentliche Rolle für den notwendigen Erfolg spielen. Viel mehr wird betriebswirtschaftliches, marketingorientiertes und Management-Fachwissen erwartet. Auch Kenntnisse aus den Bereichen der Bauwirtschaft, der Baugeschichte oder der Besteuerung und Finanzierung sind eine Notwendigkeit im Berufsalltag des Immobilienmaklers. Ein grundständiges Studium der Immobilienwirtschaft vermittelt das gesamte Wissensspektrum und führt zu einem anerkannten und achtungsvollen Abschluss. Letztendlich ermöglicht es auch so in der Regel höhere Gehälter.

Mögliche Studiengangsbezeichnungen

Ein grundständiges Studium in der Immobilienwirtschaft vermittelt wissenschaftliches und praktisches Grundlagenwissen aus unterschiedlichen Bereichen. Hierzu zählen unter anderem die Themenfelder Betriebswirtschaft, Bau- und Haustechnik oder Recht. Ein entsprechender Studiengang kann als eigenständiges Studium, als Fernstudium oder auch als duales Studium absolviert werden. Die Fachhochschulen und Universitäten kennen und verwenden unterschiedliche Studiengangsbezeichnungen, die aber allesamt das notwendige Know-how für eine spätere Tätigkeit als Immobilienmakler vermitteln. Nachfolgend befindet sich eine Auflistung der möglichen Studiengangsbezeichnungen:

+ Architektur- und Immobilienmanagement (Bachelor)
+ Bau- und Immobilienmanagement (Bachelor)
+ Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Bau und Immobilien (Bachelor)
+ Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (Bachelor)
+ Facility Management (Bachelor)
+ International Business Administration mit Fachrichtung Immobilienwirtschaft (Bachelor)
+ Immobilienmanagement (Bachelor)
+ Immobilienwirtschaft (Bachelor)
+ Immobilienwirtschaft und -Management (Bachelor)
+ Interdisziplinäres Vermögensmanagement mit Fachrichtung Immobilienwirtschaft (Bachelor)
+ Internationales Immobilienmanagement (Bachelor)
+ Internationales Managementstudium mit Fachrichtung Immobilienmanagement (Bachelor)
+ Real Estate (Bachelor)
+ Vermögensmanagement mit Fachrichtung Immobilienwirtschaft (Bachelor)
+ Wirtschaftswissenschaften mit Fachrichtung Immobilienmanagement (Bachelor)
+ Wohnung- und Immobilienwirtschaft (Diplom)

Offensichtlich ist, dass die angebotenen Studiengänge sehr zahlreich sind. Die entsprechenden Möglichkeiten werden beispielsweise in Darmstadt, Buxtehude, Hildesheim, Berlin oder auch in Bielefeld angeboten.

Studieninhalte sind sehr individuell

Die angebotenen Studieninhalte sind selbstredend sehr individuell und von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich. Wie bei anderen Studiengängen auch, wird zwischen Pflichtmodulen und Wahlpflichtmodulen unterschieden. Nachfolgende Pflichtmodule sind unter anderem möglich:

+ Baugeschichte
+ Bautechnik/Haustechnik
+ Bautechnik/Konstruktion
+ BWL und Management
+ Fremdsprachen
+ Gebäudelehre
+ Internationale Betriebswirtschaftslehre
+ Immobilienbesteuerung
+ Immobilienfinanzierung
+ Immobilienmanagement
+ Immobilienmarketing
+ Immobilienrecht
+ Marketing
+ Material- und Produktionswirtschaft
+ Privates Wirtschaftsrecht
+ Rechnungswesen und Controlling der Immobilienwirtschaft
+ Volkswirtschaftslehre
+ Wirtschaftsinformatik
+ Wirtschaftsmathematik und -statistik

Nachfolgend noch eine kurze Auflistung möglicher Wahlmodule:

+ Allgemeinwissenschaftliche Schwerpunkfächer
+ Bau- und Immobilienrecht
+ Weitere Fremdsprachen
+ Immobilienanlageprodukte
+ Internationale Immobilienmärkte
+ Maklerbetriebslehre
+ Software für Real Estate
+ Unternehmensgründung
+ Versicherungsmathematik
+ Wohnungswirtschaft

Ein grundständiges Studium im Bereich der Immobilienwirtschaft weist allerdings nicht nur theoretische Inhalte auf, sondern zudem – unabhängig davon, ob es sich um einen dualen Studiengang handelt oder nicht – auch Praxiseinheiten. So sind unter anderem Praktika vorgesehen und verpflichtend, die sich sowohl über einen Zeitraum von mehreren Wochen wie auch über einen Zeitraum von bis zu einem Semester erstrecken können. Zahlreiche Hochschulen bestehen ferner auf ein Auslandspraktikum, das beispielsweise in Spanien oder in englischsprachigen Ländern absolviert wird. Neben Praktika bieten die Bildungseinrichtungen spezielle Projekte oder Exkursionen an, bei denen die Theorie in die Praxis umgesetzt werden soll.

Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium der Immobilienwirtschaft

Die Voraussetzungen für die Zulassung zu einem Studiengang sind in der Regel an allen Hochschulen und Universitäten gleich. Die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife ist notwendig. An Fachhochschulen oder Berufsakademien wird mindestens die Fachhochschulreife vorausgesetzt. Unter Umständen genügt aber auch ein von der zuständigen Stelle des jeweiligen Bundeslandes als gleichwertig anerkanntes Zeugnis. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch beruflich besonders Qualifizierte zugelassen werden. Hier sind die Regelungen von Bundesland zu Bundesland sehr individuell. In Baden-Württemberg erhalten beispielsweise beruflich Qualifizierte mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung die Möglichkeit, an einer entsprechenden fachgebundenen Eignungsprüfung teilzunehmen und bei Bestehen eine fachgebundene Zugangsberechtigung zu erhalten. Eine detaillierte Auflistung sämtlicher Zugangsberechtigungen für die einzelnen Bundesländer findet sich HIER.

Neben der Hochschulzugangsberechtigung können die Bildungseinrichtungen auch ein thematisch relevantes Vorpraktikum fordern. Sofern die Voraussetzungen für die Zulassung erfüllt sind, muss unter Umständen noch eine letzte Hürde übersprungen werden: die hochschulinternen Auswahlverfahren.

Schulnoten sind entscheidend

Insbesondere wenn es um hochschulinterne Auswahlverfahren geht, können die Schulnoten von großer Bedeutung sein. In diesem Zusammenhang sind vertiefte Kenntnisse in den Schulfächern Mathematik, Wirtschaft und Recht sowie Englisch von Relevanz. Mathematisches Know-how wird beispielsweise für Inhalte aus den Bereichen Statistik und Rechnungswesen benötigt. Wirtschaftliches und rechtliches Fachwissen wird dagegen in den Bereichen Wirtschafts- und Steuerrecht erwartet. Hervorragende Englischkenntnisse sind aufgrund der zunehmenden Internationalisierung unabdingbar.

Studiendauer und Studienbedingungen

Ein grundständiges Studium innerhalb der Immobilienwirtschaft beträgt in der Regel zwischen sechs und acht Semester, das heißt zwischen drei und vier Jahre. Die durchschnittliche Studiendauer liegt laut dem statistischen Bundesamt bei sieben Semestern. Während dieser Zeit erwarten die Studienteilnehmer viele verschiedene Lehrveranstaltungen und praktische Übungen. Eigenständiges Arbeiten wird größtenteils vorausgesetzt, da die Lehrveranstaltungen von den Teilnehmern vor- und nachbereitet werden müssen. Eigene Recherchen sind notwendig, Referate müssen ausgearbeitet und Hausarbeiten angefertigt werden. Eine gute Organisation ist ebenfalls notwendig, da das Studium im Rahmen des vorgegebenen Studienaufbaus eigenständig geplant werden muss. Ferner müssen vorgegebene Abgabetermine und Studienzeiten eingehalten werden. Auch eine gewisse Selbstdisziplin ist somit erforderlich.

Finanzielle Aspekte während des Studiums

Ein grundständiges Studium der Immobilienwirtschaft ist in der Regel mit verschiedenen Kosten verbunden. Hierzu zählen beispielsweise anfallende Studiengebühren, die sich stark voneinander unterscheiden können. Manche Bildungseinrichtungen verlangen 175 Euro pro Monat. Andere wiederum erwarten eine Zahlung von mehr als 600 Euro monatlich. Darüber hinaus gibt es natürlich auch staatliche Hochschulen, die ihre Gebühren pro Semester berechnen und bei circa 300 Euro pro Semester liegen. Zu den regelmäßigen Gebühren kommen des Weiteren mögliche Einschreibgebühren, die einmalig fällig werden. Lernmittel und sämtliche Studienbedarfe müssen ebenfalls aus eigener Tasche bezahlt werden. Auch die studentische Krankenversicherung darf nicht unberücksichtigt bleiben. Zwar gibt es hier spezielle Sondertarife, dennoch müssen die Beiträge monatliche entrichtet werden.

Unter Umständen ist eine finanzielle Förderung während des Studiums möglich. Allem voran das Bafög. Hier erhalten die Studenten nicht nur einen Zuschuss zu ihren regelmäßigen Ausgaben, sondern darüber hinaus auch einen entsprechenden Betrag für den Lebensunterhalt. Entscheidend ist jedoch das Elterneinkommen. Abhängig vom Alter des Studierenden kann auch ein Anspruch auf Kindergeld bestehen, sofern das Elterneinkommen nicht ausreichend ist. Abschließend werden auch spezielle Studienkredite angeboten, etwa von der KfW-Bank, bei denen flexible, monatliche Auszahlungsbeträge zwischen 100 und 650 Euro möglich sind.

Perspektiven nach dem Studium

Die Perspektiven nach einem grundständigen Studium in der Immobilienwirtschaft sind sehr vielfältig. Zum einen besteht da natürlich die Möglichkeit der Tätigkeit als Immobilienmakler. Entweder im Angestelltenverhältnis, als Freiberufler oder in Selbstständigkeit mit eigenem Unternehmen. Zum anderen gibt es aber auch in der freien Wirtschaft zahlreiche Tätigkeitsfelder, die sich mit Immobilienmanagement oder Facility Management befassen. Wohnungsbaugenossenschaften oder Gesellschaften kommen unter anderem infrage. Aufgrund der betriebswirtschaftlichen Kenntnisse können auch hier diverse Wege eingeschlagen werden. Ferner kann das grundständige Studium fortgesetzt werden – bis hin zu einem Master-Abschluss. Eine Fortsetzung ist in folgenden Studienrichtungen möglich:

+ Immobilienwirtschaft
+ Baubetriebswirtschaft
+ Baumanagement
+ Betriebswirtschaftslehre
+ Business Administration
+ Management
+ Marketing

Mögliche Studienalternativen – Falls es mit der Immobilienwirtschaft nicht klappt

Studiengänge im Bereich der Immobilienwirtschaft sind grundsätzlich heiß begehrt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Beruf des Immobilienmaklers sehr erstrebenswert ist. Nicht selten sind die Studienplätze restlos vergeben, sodass Interessenten nach einer möglichen Alternative Ausschau halten müssen. Hier gibt es unterschiedliche Lösungswege. So ist ein Studium in folgenden grundständigen Studienrichtungen möglich:

+ Baubetriebswirtschaft mit Schwerpunkt Baumangement
+ Facility Management mit Schwerpunkt technisches Gebäudemanagement
+ Finanzdienstleistungen
+ Unternehmensführung mit Schwerpunkt Management
+ Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Business Administration
+ Unternehmensberatung
+ Wirtschaftswissenschaften

Die Gemeinsamkeiten beschränken sich allerdings auf die Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse und auf das Erlernen der Planung und Organisation von unternehmerischen Entscheidungen.

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